Die zunehmende Verbreitung künstlicher Intelligenz und cloudbasierter Dienste geht mit einem steigenden Energiebedarf einher. Nach einer Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) könnte der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren von 415 TWh im Jahr 2024 auf rund 945 TWh bis 2030 steigen. Dies entspricht mehr als einer Verdoppelung innerhalb von nur sechs Jahren und rückt auch für Unternehmen neue Nachhaltigkeitsaspekte in den Vordergrund.
Auch die digitale Transformation hat einen ökologischen Fußabdruck
Der Einsatz KI-basierter Anwendungen und Cloud-Dienste ist heute für viele Unternehmen ein selbstverständlicher Bestandteil ihrer Geschäftstätigkeit, denn digitale Lösungen können Prozesse effizienter gestalten, den Verwaltungsaufwand und in bestimmten Fällen auch den Ressourcenverbrauch verringern. Ihr Betrieb erfordert jedoch erhebliche Rechenkapazitäten, Strom und Kühlung, was sich auch auf den Wasserverbrauch auswirken kann.
Ein erheblicher Teil der Umweltbelastung entsteht bei den Technologieanbietern und wird daher in den eigenen Energieverbrauchsdaten der Unternehmen häufig nicht unmittelbar sichtbar. Die mit Cloud-Diensten und KI-Tools verbundenen Emissionen können jedoch Teil des CO₂-Fußabdrucks eines Unternehmens sein, in der Regel unter Scope 3, also den indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette. Bei der Bewertung digitaler Beschaffungen und IT-Entwicklungen wird es daher zunehmend wichtiger, neben Kosten, Leistung und Datensicherheit auch die Umweltauswirkungen zu berücksichtigen.
Was wissen wir über die Umweltleistung der Technologieanbieter?
Unternehmen können bereits heute Daten zum Energieverbrauch, zu den CO₂-Emissionen und zum Wassermanagement von ihren Cloud- und KI-Dienstleistern anfordern. Einige große Technologieunternehmen stellen auch kundenspezifische Emissionsberichte bereit, wobei der Detaillierungsgrad und die Vergleichbarkeit der Daten weiterhin unterschiedlich sind.
Die Europäische Kommission arbeitet daher an einer einheitlicheren Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung von Rechenzentren. Das geplante EU-Bewertungssystem sowie die Mindestleistungsanforderungen sollen die Energieeffizienz, den Wasserverbrauch und die Umweltleistung von Rechenzentren transparenter und vergleichbarer machen.
Auch in Ungarn gewinnt das Thema Wassermanagement zunehmend an Bedeutung. Der im September von der Regierung verabschiedete Aktionsplan für nachhaltige Wasserwirtschaft räumt dem lokalen Wasserrückhalt Vorrang vor einer schnellen Ableitung ein. Dieser Ansatz lenkt auch bei der Entwicklung industrieller und digitaler Infrastruktur die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit Wasser.
Auch die Umweltkosten von KI sollten in die Digitalstrategie einfließen
In den kommenden Jahren wird es für Unternehmen zunehmend wichtiger, ein genaueres Bild von den Umweltauswirkungen ihrer digitalen Geschäftstätigkeit zu erhalten. Dazu lohnt es sich zu prüfen, welche Daten von den Technologieanbietern verfügbar sind, wie die damit verbundenen Emissionen in den Scope-3-Berechnungen berücksichtigt werden und welche Nachhaltigkeitsaspekte in die IT-Beschaffung einbezogen werden sollten. Auf dieser Grundlage kann das Verständnis des ökologischen Fußabdrucks von KI und Cloud-Diensten Teil einer bewussten Digitalstrategie werden. Geeignete Daten und Messmethoden können Unternehmen dabei helfen, die Vorteile des technologischen Fortschritts unter Berücksichtigung der Umweltauswirkungen zu nutzen.
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