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Financial Due Diligence und Controlling in der Praxis

Was können wir aus mehr als 150 Projekten lernen?

Das Team von Grant Thornton Hungary hat in den vergangenen Jahren mehr als 150 Financial-Due-Diligence-Projekte in unterschiedlichsten Branchen durchgeführt – darunter Produktion, Energie, Handel, Logistik, Gesundheitswesen, IT und Dienstleistungen. Die überwiegende Mehrheit der untersuchten Unternehmen gehörte zum KMU-Sektor. Dadurch haben wir umfassende Einblicke gewonnen, wie die Finanzinformationssysteme dieser Unternehmen funktionieren und welche typischen Schwachstellen es erschweren, ihre Wertschöpfung nachzuvollziehen.

Verstehen, wo Wert entsteht

Die Financial Due Diligence gehört zu den spannendsten und zugleich komplexesten Bereichen der Transaktionsberatung. Innerhalb kurzer Zeit müssen wir in intensiver Arbeit erfassen, wie und wo ein Unternehmen Wert schafft. Entscheidend ist dabei, aus der Perspektive der Eigentümer zu denken und die Risiken zu identifizieren, die die Wertschöpfungsfähigkeit gefährden könnten.

Die häufigsten Hindernisse für finanzielle Transparenz

Wenn wir ein Zielunternehmen aus finanzieller Sicht untersuchen, stützt sich das Due-Diligence-Team in hohem Maße auf das unternehmenseigene Berichtswesen und die Sichtweise des Managements. In der Praxis stoßen wir jedoch auf zahlreiche Hindernisse, die eine genaue Interpretation der Daten erschweren:

  • Umsatzerlöse sind keinen Produkten, Produktgruppen oder Kunden zugeordnet.
  • Die Bruttomarge lässt sich nur näherungsweise mithilfe von Umlagen berechnen.
  • Mengenbezogene Daten und wichtige Leistungskennzahlen (KPIs) fehlen.
  • Die Selbstkosten von Produkten und Dienstleistungen sind nicht genau bekannt.
  • Die Planungen sind nicht detailliert genug, sodass aus Plan-Ist-Vergleichen keine aussagekräftigen Schlüsse gezogen werden können.

Die Ursache dieser Probleme ist fast immer dieselbe: Es fehlt eine Controlling-Funktion. Verfügt ein Unternehmen nicht über eine geeignete Datenstruktur und ein entsprechendes Berichtswesen, lassen sich seine Abläufe nicht transparent darstellen, messen und bewerten.

Der Wendepunkt: hin zu einer datengestützten Unternehmensführung

Häufig ist erst eine geplante Transaktion der Auslöser dafür, dass ein Unternehmen erkennt: Gute Entscheidungen setzen gute Daten voraus. Der Bedarf an strukturierten, zeitnah verfügbaren finanziellen und nicht finanziellen Daten wird dann besonders dringlich.

Dieser Bedarf besteht jedoch nicht nur bei Transaktionen. Für jedes Unternehmen, das wachsen oder effizienter arbeiten möchte, ist es wesentlich, dass Informationsdefizite innerhalb der Organisation die Entscheidungsmöglichkeiten seiner Führungskräfte nicht einschränken.

Warum fehlt Controlling in vielen KMU?

Unserer Erfahrung nach hat das Problem drei Hauptursachen:

  • „Ich habe alles im Kopf“ – die Illusion informeller Unternehmensführung. Viele geschäftsführende Eigentümer glauben, genau zu wissen, wie viel jedes Produkt einbringt, und sehen deshalb keinen Bedarf an Controlling. Das trifft bestenfalls auf einige wenige Kunden oder Produkte zu; das Gesamtbild ist selten präzise.
  • Fehlendes Wissen und fehlende Daten. Neben der Profitabilität könnten zahlreiche weitere Kennzahlen Entscheidungen unterstützen, doch sie werden häufig nicht ermittelt. Wenn verschiedene Ebenen der Organisation keinen Zugang zu den Daten haben, behindert das sowohl die strategische Planung als auch operative Entscheidungen im Alltag.
  • Fehlende Ressourcen. Viele kleine Unternehmen können sich keine eigene Controlling-Fachkraft leisten. In mittelständischen Unternehmen beschränkt sich das Controlling häufig auf die Erstellung von Berichten; für die Analyse und Erläuterung der Ergebnisse bleibt keine Zeit.

Wie lassen sich diese Probleme lösen?

Den ersten beiden Problemen lässt sich durch Sensibilisierung und Weiterbildung begegnen. Vielen Führungskräften ist nicht bewusst, dass Controlling mehr als eine administrative Aufgabe ist: Es ist ein wesentlicher Bestandteil der strategischen Unternehmensführung. Ein gut aufgebautes System kann zeigen, welche Produkte, Kunden oder Tätigkeiten den größten Wert schaffen und in welchen Bereichen Veränderungen sinnvoll sind.

Bei fehlenden Ressourcen kann ausgelagertes Controlling eine flexible und kosteneffiziente Alternative sein. Für ein kleines Unternehmen ist dies häufig eine ideale Lösung. In einem mittelständischen Unternehmen besteht das Ziel darin, dass die Controlling-Fachkräfte ihre Zeit für die Analyse von Zusammenhängen und die Unterstützung von Entscheidungen einsetzen können, statt Daten aufzubereiten.

Moderne digitale Instrumente – automatisiertes Berichtswesen, Dashboards und Lösungen zur Datenvisualisierung – ermöglichen es heute, Berichte schnell und zuverlässig ohne manuelle Eingriffe zu erstellen.

Wie unterstützt Grant Thornton dabei?

Grant Thornton Hungary bietet im Rahmen seiner Outsourcing-Dienstleistungen Controlling-Lösungen an, die:

  • unabhängig von den eingesetzten Systemen funktionieren,
  • vollständig auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden können,
  • und Managemententscheidungen auf allen Organisationsebenen unterstützen.

Ob es um die Einführung eines neuen Systems, die Überprüfung bestehender Abläufe oder die Unterstützung des Tagesgeschäfts geht: Unser Ziel ist es, unseren Kunden dabei zu helfen, dass ihre Unternehmen nicht nur funktionieren, sondern messbar gut funktionieren.

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