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Der SBTi Corporate Net-Zero Standard wurde aktualisiert – was bedeutet das für Unternehmen?

Die Science Based Targets initiative (SBTi) hat die zweite Version des Corporate Net-Zero Standard veröffentlicht. Auch wenn die Änderungen auf den ersten Blick technischer Natur erscheinen mögen, zeigen sie deutlich, wie sich die Erwartungen an die unternehmerische Nachhaltigkeit verändern.

Während der Schwerpunkt in den vergangenen Jahren vor allem auf der Festlegung wissenschaftlich fundierter Klimaziele lag, rückt der neue Standard zunehmend die Umsetzung, den messbaren Fortschritt und die transparente Berichterstattung in den Fokus.

Begriffe kurz erklärt

SBTi (Science Based Targets initiative): Eine internationale Initiative, die Unternehmen bei der Entwicklung und Validierung wissenschaftlich fundierter Emissionsreduktionsziele unterstützt.

Corporate Net-Zero Standard: Der unternehmerische Netto-Null-Standard der SBTi, der die Anforderungen an glaubwürdige Netto-Null-Zielsetzungen definiert.

Sechs wichtige Änderungen, die man kennen sollte

  1. Mehr Flexibilität für unterschiedliche Unternehmen

Der neue Standard verfolgt einen differenzierten Ansatz für kleine und mittlere Unternehmen sowie für Unternehmen, die in Ländern mit niedrigerem Einkommen tätig sind. Damit erkennt die SBTi an, dass nicht jede Organisation von derselben Ausgangsposition startet.

Was bedeutet das? Die Ausgestaltung der Klimaziele kann besser an das operative Umfeld und die Möglichkeiten des Unternehmens angepasst werden.

  1. Neben den Zielen gewinnt auch der Übergangsplan an Bedeutung

Der neue Standard schafft eine engere Verbindung zwischen Emissionsreduktionszielen und unternehmerischen Übergangsplänen. Darüber hinaus ermöglicht er, dass Zielsetzungen besser an einzelne Regionen, Geschäftsbereiche oder verschiedene Stufen der Wertschöpfungskette angepasst werden.

Was bedeutet das? Die Festlegung von Zielen reicht immer weniger aus – es muss auch dargelegt werden, wie das Unternehmen diese Ziele erreichen will.

  1. Transparenz ist genauso wichtig wie das Ergebnis

Die SBTi behält den „Best-Effort“-Ansatz bei, erwartet also, dass Unternehmen alle angemessenen Schritte unternehmen, um ihre Ziele zu erreichen. Darüber hinaus müssen sie die Annahmen, Abhängigkeiten und Risiken, die die Umsetzung beeinflussen, transparent darlegen.

Was bedeutet das? Glaubwürdigkeit wird zunehmend nicht nur durch die erzielten Ergebnisse, sondern auch durch transparentes Handeln bestimmt.

  1. Die tatsächliche Emissionsreduzierung steht an erster Stelle

Der neue Standard führt eine klare Umsetzungshierarchie ein. Zunächst müssen Unternehmen die Emissionen aus ihrer eigenen Geschäftstätigkeit reduzieren, darauf folgen Maßnahmen in der Wertschöpfungskette und anschließend sektorale Kooperationen.

Was bedeutet das? Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf der tatsächlichen Emissionsreduzierung, nicht auf Kompensationslösungen.

  1. Kontinuierliche Nachverfolgung wird zur grundlegenden Erwartung

Der Standard führt einen jährlichen Bewertungs- und Berichterstattungsprozess ein. Unternehmen müssen regelmäßig über ihre Fortschritte, mögliche Hindernisse und die zu deren Bewältigung ergriffenen Maßnahmen berichten.

Was bedeutet das? Die Umsetzung von Netto-Null-Zielen erfordert eine kontinuierliche Nachverfolgung und regelmäßige Überprüfung.

  1. Carbon Credits können weiterhin nur eine ergänzende Rolle spielen

Die SBTi erlaubt weiterhin den Einsatz von Carbon Credits mit hoher Integrität, stellt jedoch klar, dass diese die Reduzierung der eigenen Emissionen nicht ersetzen können.

Was bedeutet das? Die CO2-Kompensation kann weiterhin nur ein ergänzendes Instrument zur Erreichung von Netto-Null-Zielen sein.

Ab wann ist der neue Standard anzuwenden?

Die SBTi sieht eine Übergangsfrist bis zum 31. Januar 2028 vor. Bis dahin können Unternehmen ihre Zielsetzungen noch entweder nach dem bisherigen Standard 1.3.1 oder nach dem neuen Standard 2.0 einreichen. Danach ist ausschließlich die Version 2.0 anzuwenden.

Worauf sollten sich Unternehmen vorbereiten?

Die Veröffentlichung des neuen Standards bietet Unternehmen eine gute Gelegenheit, ihre Klimastrategie und ihre Emissionsreduktionsziele zu überprüfen.

Insbesondere sollten die folgenden Bereiche geprüft werden:

  • ob die Emissionsreduktionsziele weiterhin zur Geschäftstätigkeit des Unternehmens und zu den sich entwickelnden Erwartungen passen;
  • ob der Übergangsplan die Umsetzung der Ziele angemessen untermauert;
  • ob die Datenerhebungs- und Berichterstattungsprozesse für die jährliche Nachverfolgung geeignet sind;
  • ob die CO2-Kompensation tatsächlich nur eine ergänzende Rolle in der Klimastrategie spielt.

Auch wenn der unternehmerische Netto-Null-Standard der SBTi ein freiwilliges Rahmenwerk ist, zeigt er deutlich, dass sich die internationalen Erwartungen zunehmend in Richtung umsetzbarer Übergangspläne, messbarer Ergebnisse und glaubwürdiger Berichterstattung bewegen.

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