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ESG-Zertifizierung: Die Frist rückt näher, es lohnt sich, die Aufgaben rechtzeitig zu klären

Bis zum 30. Juni müssen die betroffenen Unternehmen ihren zertifizierten ESG-Bericht erstellen. Für viele Unternehmen wird jetzt zu einer wirklich praktischen Frage, wie geordnet ihre ESG-Daten sind, wie nachvollziehbar ihre internen Prozesse sind und ob es gelingt, rechtzeitig einen akkreditierten ESG-Zertifizierer zu finden.

Auf dem Markt ist Unsicherheit spürbar. Die Unternehmen bereiten sich gleichzeitig auf die Berichterstattung vor, während sich die Zertifizierungskapazitäten noch im Aufbau befinden. In dieser Situation ist es besonders wichtig, die Vorbereitung nicht auf die letzten Wochen zu verschieben.

Unser Nachhaltigkeitsteam, das in den vergangenen Jahren umfangreiche Erfahrung in den Bereichen CO₂-Fußabdruckberechnung, EHS-Daten und Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten gesammelt hat, gehörte zu den ersten, die die Akkreditierung für ESG-Zertifizierung erhalten haben.

Was ist zu erwarten?

  • Bis zum 30. Juni müssen die betroffenen Unternehmen einen zertifizierten ESG-Bericht erstellen.
  • Die Zertifizierungskapazität kann begrenzt sein, daher kann das Timing zu einem Geschäftsrisiko werden.
  • Die ESG-Zertifizierung prüft, ob die Aussagen im Bericht durch Daten, Nachweise und eine konsistente Methodik gestützt werden.
  • Mit guter Vorbereitung ist die Zertifizierung nicht nur eine Compliance-Aufgabe, sondern auch ein nützliches Feedback für das Management.
  • Grant Thornton unterstützt Unternehmen als akkreditierter ESG-Zertifizierer im Prozess.

Warum rückt die ESG-Zertifizierung jetzt in den Vordergrund?

Der ESG-Bericht wirkte lange eher wie eine Berichtsaufgabe. Die Zertifizierung schafft jedoch eine andere Situation: Es reicht nicht aus, die Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens darzustellen; sie muss auch mit geeigneten Daten und Dokumenten belegt werden.

Dies ist besonders dann eine Herausforderung, wenn ESG-Informationen aus mehreren Organisationseinheiten kommen, in unterschiedlichen Formaten vorliegen oder es keinen eindeutig Verantwortlichen für die Datenerhebung gibt. In solchen Fällen zeigt die Zertifizierung schnell, wo das System gut funktioniert und wo Präzisierungen erforderlich sind.

Die Frist am 30. Juni wird daher für viele Unternehmen der erste echte Test dafür sein, wie weit das ESG-Datenmanagement in den Betrieb integriert wurde.

Was prüft der ESG-Zertifizierer?

Ziel der ESG-Zertifizierung ist die unabhängige Bestätigung, dass die im ESG-Bericht des Unternehmens enthaltenen Aussagen den gesetzlich festgelegten Kriterien entsprechen.

Der Zertifizierer prüft, ob die Aussagen im ESG-Bericht:

  • frei von wesentlichen Fehlern sind,
  • auf Originaldaten zurückgeführt werden können,
  • durch Nachweise belegt sind,
  • auf einer konsistenten Methodik beruhen.

Die Prüfung kann sich auch auf die inhaltliche und formale Konformität des ESG-Berichts, die Genauigkeit der ausgefüllten ESG- und Lieferantenfragebögen sowie die Funktionsweise des angewandten Risikomanagementsystems erstrecken.

Die Wesentlichkeitsanalyse ist ebenfalls ein wichtiges Element. Sie zeigt, ob das Unternehmen tatsächlich auf jene Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen fokussiert, die aus Sicht seiner Tätigkeit und seiner Stakeholder eine wesentliche Auswirkung haben.

Wie läuft der Zertifizierungsprozess ab?

Die ESG-Zertifizierung besteht aus mehreren Schritten und beginnt bereits vor dem Start der Zusammenarbeit.

In der Vorbereitungsphase werden Interessenkonflikte geprüft, der Umfang des Auftrags festgelegt und eine vorläufige Risikobewertung durchgeführt. Dies hilft, den Fokus und den Ressourcenbedarf der Zertifizierung zu bestimmen.

Darauf folgen der Vertragsabschluss und die Meldung an die Behörde. In der Planungsphase wird eine Bereitschaftsprüfung erstellt, auf deren Grundlage der Zertifizierungsplan ausgearbeitet wird. Dieser legt den Zeitplan, die geprüften Bereiche und die angewandte Methodik fest.

Während der Durchführung finden Dokumentenanalysen, Interviews und eine Vor-Ort-Prüfung statt. Auf Grundlage der gesammelten Nachweise wird eine fachliche Schlussfolgerung erstellt, die die Grundlage des Zertifizierungsberichts bildet.

Der Prozess wird durch eine unabhängige Überprüfung abgeschlossen. Bei positivem Ergebnis erhält das Unternehmen ein ESG-Zertifikat, das fünf Jahre gültig ist.

Wo bleiben Unternehmen häufig hängen?

Bei der Zertifizierung liegt die größte Schwierigkeit häufig nicht im Schreiben des Berichts selbst, sondern in der Rückverfolgbarkeit der Daten.

Häufige Fragen sind:

  • woher genau die jeweiligen ESG-Daten stammen;
  • wer sie genehmigt hat;
  • nach welcher Methodik sie berechnet wurden;
  • ob dokumentierte Nachweise dahinterstehen;
  • ob dieselbe Logik im gesamten Bericht angewandt wurde.

Wenn es auf diese Fragen keine schnelle und klare Antwort gibt, kann die Zertifizierung zeitaufwendiger werden. Deshalb lohnt es sich, zu Beginn des Prozesses zu beurteilen, wie bereit die Organisation für die Prüfung ist.

Warum ist die Zertifizierung über die Compliance hinaus nützlich?

Ein zertifizierter ESG-Bericht schafft Vertrauen bei Investoren, Kunden und Geschäftspartnern. Zugleich gibt er dem Management wertvolles Feedback darüber, wie zuverlässig die Nachhaltigkeitsdaten sind und wo interne Prozesse verbessert werden sollten.

Die Zertifizierung hilft, unsichere Aussagen herauszufiltern, stärkt die Datenqualität und macht Verantwortlichkeiten klarer. Dies ist besonders dort wichtig, wo ESG-Daten bereits bei Finanzierungs-, Beschaffungs- oder Reputationsentscheidungen eine Rolle spielen.

In der Nachhaltigkeitskommunikation gewinnt das, was geprüft ist, zunehmend an Wert. Die ESG-Zertifizierung bietet hier einen Orientierungspunkt: Sie hilft, Absicht von nachweisbarer Leistung zu trennen.

Warum ist es wichtig, rechtzeitig einen Zertifizierer zu wählen?

In der kommenden Zeit können sich mehrere Unternehmen gleichzeitig auf die Zertifizierung ihres ESG-Berichts vorbereiten. Dies kann aufgrund der Zertifizierungskapazitäten ein praktisches Risiko darstellen, insbesondere für diejenigen, die den Prozess spät starten.

Die Auswahl eines akkreditierten Zertifizierers ist nicht bloß eine Beschaffungsfrage. Der Partner muss das regulatorische Umfeld, die unternehmerischen Datenprozesse und die Geschäftslogik hinter ESG-Berichten verstehen.

Die ESG-Zertifizierungsmethodik von Grant Thornton basiert auf den Standards MSZ EN ISO/IEC 17029:2020 und MSZ EN ISO 14065:2022 sowie auf dem einschlägigen ungarischen Rechtsumfeld. Dies stellt sicher, dass die Zertifizierung ein kontrollierter, konsistenter und fachlich fundierter Prozess ist.

Bereiten Sie sich rechtzeitig auf die ESG-Zertifizierung vor

Wenn Ihr Unternehmen von der Frist am 30. Juni betroffen ist, lohnt es sich, bereits jetzt den Stand der ESG-Daten, der internen Prozesse und der Verantwortungsbereiche zu überprüfen.

Grant Thornton unterstützt seine Kunden als akkreditierter ESG-Zertifizierer bei der Vorbereitung und bei der Durchführung des Zertifizierungsprozesses. Kontaktieren Sie unsere Experten, damit wir die nächsten Schritte rechtzeitig klären können.

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