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Zahl des Monats: 822 Milliarden Euro

So hoch waren laut den Daten der Europäischen Umweltagentur* die wirtschaftlichen Verluste, die Wetter- und Klimaextreme zwischen 1980 und 2024 in der Europäischen Union verursachten. Nach dem von Hitzeglocken, Wasserknappheit und Dürren geprägten diesjährigen Sommer ist diese Zahl bereits für sich genommen besonders eindrücklich. Noch aufschlussreicher ist jedoch, dass ein Viertel der Verluste, 208 Milliarden Euro, in den vergangenen vier Jahren entstand. Die Zahlen zeigen, dass die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels bereits heute deutlich messbar sind.

Klimarisiken sind Geschäftsrisiken

Die Auswirkungen sommerlicher Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen, Stürme oder Waldbrände können weit über die unmittelbar betroffenen Gebiete hinausreichen. Ein extremes Wetterereignis kann Produktionsausfälle verursachen, den Betrieb eines Standorts gefährden, eine Logistikroute unterbrechen, die Energie- und Versicherungskosten erhöhen oder Probleme in der Lieferkette auslösen.

Für Unternehmen ist der Klimawandel daher immer weniger eine abstrakte Nachhaltigkeitsfrage: Er muss auch als finanzielles, operatives und strategisches Risiko berücksichtigt werden.

Die Schwerpunkte können sich von Unternehmen zu Unternehmen unterscheiden. Bei einem Produktionsunternehmen können die Wasserversorgung oder der Energiebedarf die größte Gefährdung darstellen. Bei einem Logistikunternehmen kann die Anfälligkeit von Routen und Infrastrukturen in den Vordergrund rücken, während auf dem Immobilienmarkt die Hitzebelastung, das Überschwemmungsrisiko oder die Anpassungsfähigkeit von Gebäuden zunehmend wichtiger werden können.

Anpassung ist kostspielig, doch Untätigkeit kostet noch mehr

Klimaanpassung erfordert selbstverständlich Investitionen. Die EEA weist jedoch auch darauf hin, dass sich bestimmte Anpassungsinvestitionen wirtschaftlich gut auszahlen können. Dadurch erscheint die Klimaanpassung in einem grundlegend anderen Licht: Durch eine fachgerechte und durchdachte Vorbereitung lassen sich nicht nur Verluste vermeiden, sondern möglicherweise auch konkrete finanzielle Vorteile erzielen.

Was sollten Unternehmen prüfen?

Es empfiehlt sich zu untersuchen, welche Bereiche der Unternehmenstätigkeit besonders empfindlich auf klimatische Veränderungen reagieren. Dazu können gehören:

  • die physische Exposition von Standorten und Produktionsanlagen,
  • die geografische Lage kritischer Lieferanten,
  • die Anfälligkeit von Logistikrouten,
  • die Sicherheit der Wasser- und Energieversorgung,
  • wetterbedingte Betriebsunterbrechungen,
  • die erwartete Entwicklung der Versicherungs- und Finanzierungskosten.

Im nächsten Schritt sollten die Risiken quantifiziert und die Maßnahmen untersucht werden, mit denen sich die Gefährdung des Unternehmens wirksam reduzieren lässt. Dafür sind eine Klimarisikobewertung, geeignete ESG-Daten, klar definierte Kennzahlen und ein an der Unternehmensstrategie ausgerichteter Anpassungsplan erforderlich.

Es ist wichtig zu betonen, dass die 822 Milliarden Euro keine Prognose mehr darstellen, sondern bereits verbuchte Verluste, die von Jahr zu Jahr schneller zunehmen. Für Unternehmen wird es daher immer wichtiger, ihre eigene Klimaexposition zu kennen und deren geschäftliche Auswirkungen quantifizieren zu können.

Dabei können die Bewertung der Klimarisiken und des ESG-Reifegrads, die Beurteilung der finanziellen und operativen Auswirkungen der Risiken sowie die Entwicklung einer darauf aufbauenden ESG-Strategie und entsprechender Anpassungsmaßnahmen unterstützen.

Quelle: https://www.eea.europa.eu/en/analysis/indicators/economic-losses-from-climate-related

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